Kaltonale

Masse, Klasse, Hauptsache: Kasse? Auch wenn ich mich unbeliebt mache: Quantität und Qualität sind zweierlei. Die Zahl der Angebote auf der Kunst-Altonale hat sich in den vergangenen Jahren stetig vergrößert. Und das ist gut so, keine Frage. Aber die Qualität blieb dabei manchmal auf der Strecke. Ich kann Künstler verstehen, die deswegen nichts mehr mit dem ganzen Rummel zu tun haben wollen und sich zurückziehen, weil sie sich mit dem Dargebotenen nicht identifizieren können.

Bei meinen Streifzügen durch Ateliers, Schaufenster und Pavillons habe ich dennoch einiges entdeckt, das mir gefallen hat. Bemalte Buchseiten von Nina Stemmler (noch wenige Tage bei kunst-nah), farbige Fotogramme von Till Lichtenberger (frappant-Ausstellung) und geradezu überwältigt hat mich die Malerei eines alten Bekannten: des georgischen Malers Mirian Japaridze, der Arbeiten geschaffen hat, die ich in einer direkten Reihe mit Bildern des abstrakten Expressionisten Mark Rothko sehe. Mal farbstark, mal meditativ. Beeindruckend. Ich habe die Künstler gebeten, mir Bilder und Begleitmaterial zu schicken. Damit ich es Ihnen hier auf ARTONA zeigen kann. Mal sehen, ob sie es tun. Ich harre gespannt der Dinge die da kommen…

P.S. Die vorab sehr gelobten Bernd Begemann (Troubadour interruptus?) und Regy Clasen (ich vermisse FiveLive) haben meine Erwartungen enttäuscht. Mein absolutes musikalisches Highlight waren die Positunes. Deutscher Soul, wunderbar arrangiert, hinreißend gespielt, drei Sänger! Wer es verpasst hat, kann auf ihrem MySpace-Profil hereinhören. Mein Tipp: “Sein”!

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