
Gut zu hören. Literatur-Musik-Veranstaltung am Dienstag, den 18. März um 20.00 Uhr bei KUNST-NAH. Stephan Benson liest ausgewählte Texte von Franz Kafka. Abi Wallenstein (Gitarre, Gesang) musiziert. Erika Werner moderiert. KUNST-NAH, Große Bergstraße 152, 22767 Hamburg. Eintritt: 3,- Euro. Kartenreservierung: (040) 4327 8707 oder info@stil-ev.de.
Franz Kafka lebte von 1883 – 1924, davon die meiste Zeit in Prag. Seine Werke gehören zur Weltliteratur. In Romanen und Erzählungen schildert er die Welt als einen unwegsamen, rätselhaften Ort, den der Mensch schicksalhaft bewohnen muss, ob er will oder nicht. „Nur weg von hier!“ heißt es im ersten, kurzen Text unserer Lesung, aber das kann nicht gelingen. Der Junge in der Erzählung „Betrachtung“ hofft noch auf Narrenfreiheit in „der Stadt im Süden“, doch Josef K., Angestellter einer Bank, muss erfahren, dass ihm der Prozess gemacht wird, er gefangen ist in den Umständen seiner Zeit, als Unschuldiger schuldig wird und Leben bestraft wird mit dem Tod. Kafkas bewegte Bilder sind farbig, kontrastreich, mit Tempo erzählt, man kann sie sich leicht als Filmszenen oder auch als Comics vorstellen, sie sind aber auch Sinnbilder des Lebens, die jeder Leser anders verstehen kann und anders deutet. Abi Wallenstein hat als Jugendlicher Kafka gelesen und sich mit dem jüdischen Autor aus Prag identifiziert. Bis heute ist Franz Kafka sein Lieblingsschriftsteller geblieben, den er immer wieder liest. Als Musiker hat er sich mit einer ganz anderen Kunstrichtung beschäftigt: dem Blues. Dieser entstand vor gut 100 Jahren etwa zu derselben Zeit, in der Kafka anfing zu schreiben, hervorgebracht von einer in der Sklaverei entwurzelten und demoralisierten schwarzen Bevölkerung in den USA. Heute ist diese Musik überall in der Welt angekommen.. (Erika Werner S.T.I.L. e. V., Förderverein für Sprachkunst und Literaturvermittlung)