Eben auf Zeit online fand ich eine dieser seltenen Perlen im Netz: Ein Interview mit Tal Ben-Shahar. Der Psychologe Tal Ben-Shahar ist einer der populärsten Harvard-Dozenten. Fast 900 Studenten kamen im vergangenen Semester zu seiner Vorlesung. Sein Thema: Glück.
“Schon als Kind hören wir: Ohne Fleiß kein Preis. Wir verlagern die Belohnung für unsere Arbeit – das Glück – in die Zukunft. Viele Studenten arbeiten fünf Jahre auf ihren Abschluss hin, und wenn sie fertig sind, geht es so weiter: noch mal fünf Jahre, um sich im Beruf zu etablieren. Dann noch mal fünf Jahre, um sich auf einen Chefposten hochzuarbeiten. Plötzlich sind sie 50. Und merken, dass sie viele Jahre verschenkt haben, in denen sie glücklicher hätten sein können.”
“Viele wählen ihr Fach nach den Berufsaussichten oder den Wünschen der Eltern. Persönliches Interesse, Leidenschaft und Spaß berücksichtigen sie dabei immer weniger, auch weil ihnen eingeredet wird, sie müssten sich nach dem Arbeitsmarkt richten. Was für ein Unsinn! Wenn man sich traut, mutig ist, etwas macht, an das man wirklich glaubt, dann öffnen sich die Türen. Bei der Berufswahl sollten die drei Faktoren »Stärken«, »Bedeutung« und »Freude« zusammenkommen. Man sollte etwas machen, für das man begabt ist, an dem man Freude hat und in dem man einen Sinn sieht.”
(Tal Ben-Shahar)
Interview: Juliane von Mittelstaedt/ Die Zeit