(Foto: 3L-Filmverleih)
Ein kleiner, netter Film, urteilen die Kritiker. Einen von ihnen hatte ich in das Abaton begleitet, um in einer Pressevorführung den Film King of California mit Michael Douglas und Evan Rachel Wood zu sehen. So ähnlich wie die Wonderboys, war das fachmännische Urteil. Bei dem Produzenten! Ich sah eine warmherzig erzählte Geschichte um die Schatzsuche eines liebenswerten Zausels und seiner leidgeprüften Tochter. Denn vor seinem Klinikaufenthalt schnitt sie den manisch-depressiven Vater vom Strick, an dem er zappelnd hing. Danach musste das 15jährige Mädchen das Leben allein meistern. Zwei Jahre lang. Bis der Vater die Klinik verlässt. Um ihr Leben zu verkomplizieren, indem er spanische Golddublonen in Südkalifornien sucht. Was beide auf ihrer Suche finden, ist ein tiefes Verständnis, das sich Vater und Tochter im Laufe des Films füreinander erarbeiten. Mühsam, Stück für Stück. Trotz materieller Not, Krankheit und anderen Unbilden des Lebens. Von McDonalds-Job bis zur Swingerparty. Von komisch bis tragisch. Herrlich, wie Douglas von Metalldetektor über einen Presslufthammer bis zum Bagger alles einsetzt, um seine (scheinbar) fixe Idee zu verwirklichen - egal ob das gepflegte Grün eines Golfplatzes oder der meterdicke Betonboden eines Supermarktes im Weg ist. Dabei schlägt sich die junge Darstellerin Evan Rachel Wood sehr gut gegenüber dem schauspielerischen Urgestein Michael Douglas. Der Film überrascht durch gescheite Einfälle - etwa wenn er den Zuschauer an einer Wahnvorstellung des Vaters teilhaben lässt: Ein Leopard im Schlafzimmer verwandelt sich ganz langsam in eine Hauskatze. Oder wenn die Handlung in einer Buchillustration buchstäblich lebendig wird. Was ist real, was Einbildung? Ein menschlich anrührender Film. Er startet am 15.11.2007 in den Kinos. Wenn er in ihrer Videothek angekommen ist, sollten Sie sich die DVD vorbestellen.