Archive for August, 2007

Ausstellungstipp

Donnerstag, August 30th, 2007

soto.jpg

Am Freitag, den 31.8.07, ab 20 Uhr veranstaltet der SKAMraum, Beim Trichter 1, 20359 Hamburg (St. Pauli) die Vernissage zu Alejandro Sotos neuer Ausstellung „Die vertikale Stadt“. Alejandro setzt sich in seinem neuen Arbeitszyklus mit seiner Geburtsstadt Valparaiso und ihrem Status als Kulturerbe auseinander. Die Ausstellung läuft bis zum 3.9.07 und kann täglich von 16 bis 20 Uhr besichtigt werden.

Tanzbar!

Montag, August 27th, 2007

triband.jpg

Der zweite Tag des Festivals. Musikater? Boris Electric nehme ich als uninspiriertes Synthiegeschwurbel wahr, ohne rechte Spannungsbögen. Daran ändert auch der hervorragende Saxofonist Frank Delle nichts, der wacker gegen meine schlechte Laune gegenanbläst. Das erste Stück von Baby Bonk vergrault mich endgültig. So stelle ich mir vor, dass sich Liesschen Müller Free Jazz vorstellt. Urschreitherapie. Nicht schön, aber laut. “Alles ist erlaubt”, hatte Gabriele Benedix vom Jazzbüro anmoderiert. Leider.

Ich geniesse stattdessen Seerosen, Sonne und plätscherndes Wasser in Planten un Blomen. Und freue mich auf Triband. Zu Recht wie sich zeigt. Indie-Jazz. Stilmix. Kompositionen zwischen Jazz, Pop und Dance. Elektronisches trifft schwebende Jazztrompete. Kindfraugesang auf Tiefbass. Viel Freiheit für alle Beteiligten. Preisgekrönt. Mitte August hatte die Band den mit 10.000 Euro dotierten Musikpreis des Verbandes der deutschen Konzertdirektionen erhalten. Frontfrau Sandie Wollasch gibt ihr Bestes, um die einsetzende Kälte wegzutanzen. Die Zuhörer gehen sofort mit, spüren, dass hier kongeniale Partner zusammen spielen. „Zusammen rollt der Zug“ formulierte es die Kulturzeit auf 3sat. Ich empfand es eher als Aufzug: Gemeinsam gehts nach oben.

Loud Jazz

Sonntag, August 26th, 2007

hotfive.jpg

Hamburg, 25. August, Jazzfestival, gegen 18 Uhr: Treibende Bässe, pulsierender Rhythmus, funky Keyboards und Gitarrensoli, die Geschichten erzählen. The Hot Five. Der Name ist Programm. Mein persönlicher Höhepunkt des ersten Festivaltages. Die Band, bestehend aus Olve Strelow (dr), Martin Drees (b), Johannes Bahlmann (keys) und Olaf Gödecke (g), machten die vorher müde wirkenden Zuhörer schlagartig munter. Laut war es, druckvoll und erdig. Jazzrock. Wohltuende Abwechslung zu den eher zarten Klangmalereien der vorher spielenden Formationen.

Hinterher im Gespräch berichtet Gitarrist Olaf Gödecke von dem eher dünnen Sound auf der Bühne. Dabei entstand die Gruppe vor über sechs Jahren vor allem deshalb, weil man im Mojo-Club auf der Reeperbahn laut spielen konnte. Schmunzelnd berichtet Gödecke, dass bei einem Auftritt in Ottensens “Planet Subotnik” zwei Mal die Polizei erschien. Ideale Musik für ein Festival also. In der Muschel unter dem Funkturm musste man keinen Polizeieinsatz wegen ruhestörenden Lärms befürchten. Man merkte den Musikern den Spass beim Spielen an. Nachteil des Spassprojekts: Bis heute haben sie es nicht geschafft, eine (Live-)CD zu produzieren. So mancher Zuhörer mag das bedauert haben…

Zitate

Freitag, August 24th, 2007

„Kunst heißt Sich-Verbergen, in den Schatten treten. Ja, auf der einen Seite. Auf der anderen ist die Kunst ein Mittel, es auszuhalten, das Leben, den Schmerz. Wir haben die Kunst, damit wir nicht an der Wahrheit zugrunde gehen“ (Nietzsche). Volker Weidermann porträtiert Michael Ondaatje, den Autor von „Der englische Patient“ und sein neues Buch „Divisadero“ im faz-net. Die Rezension mit eingekleidetem Interview lohnt das Lesen.

Die Jazz-Familie

Mittwoch, August 22nd, 2007

jazzfamgodecke.jpg

Das Jazzfestival am kommenden Samstag in Planten un Blomen. Anlass, eine ganz besondere Familie vorzustellen: Für die Gödeckes ist Jazz ein wichtiger Lebensinhalt. Der Vater: Heinz-Erich Gödecke, Wissenschaftler und Künstler, als Ingenieur beim DESY, als Posaunist in Free Jazz-Formationen zu Hause. Studierte Jazz als Gasthörer bei Dieter Glawischnig an der Hochschule für Musik und darstellende Künste. Ist Vorsitzender des Jazzbüros Hamburg, dem Veranstalter des Festivals. Ich durfte ihn einmal in seinem Übungsraum erleben, seine selbstgebauten Boxen bestaunen, die mich klanglich begeisterten und optisch der Kunsthalle alle Ehre gemacht hätten. Die Ehefrau: Conny Müller-Gödecke. Kümmert sich unter anderem als webmasterin um die Internet-Präsenz des Jazzbüros Hamburg. Die Namen einiger ihrer anderen Domains zeigen ihre Leidenschaft für Kunst, Poesie und Photographie: „Bildgier“, „Urbanistan“ oder „Avantart“. Der Sohn: Olaf Gödecke, Musiker und Lehrer. Er gab mir zwei Jahre lang eine Einführung in die Farben des Jazz. Eigentlich wollte ich von ihm lernen, besser Gitarre zu spielen. Er aber überredete mich, ein Klavier zu kaufen, um Harmonielehre „schwarz auf weiss“ buchstäblich zu „begreifen“. Danke, Olaf! Spielt momentan in der Fusionformation „The Hot Five“, mit Johannes Bahlmann (p), Martin Drees (b) und Olve Strelow (dr). „Coltrane und Hendrix hätten zusammenspielen sollen“, sagt er über das Projekt. Einer seiner Kollegen, Gitarrist John Scofield, hätte es kürzer ausgedrückt: „Loud Jazz“.

Übrigens: Die Mitglieder der Jazz-Familie Gödecke leben selbstverständlich in Ottensen. Wo sonst?

Vom Wert der Kunst

Montag, August 20th, 2007

„Gute Kunst muss sich nicht in Scheingefechten mit anderen oder mit sich selbst aufreiben. Sie kann ihre eigenen Qualitäten ausspielen, (…). Sie darf tragisch sein und grundlos erhebend, düster und von tiefem Glück, und in alldem frei von Absicht und völlig nutzlos.“ Ein Zitat von Hanno Rauterberg aus dem Artikel „Einsamkeit, Freiheit, tiefes Glück“, auf ZEIT online. Sehr lesenswert!

Gedankenfluss

Donnerstag, August 16th, 2007

gedankenfluss.jpg

Intelligent Geschichten erzählen. Im Netz. Text, Bild, Audio und Video innovativ kombinieren, um den Nutzer zu begeistern. „Die erzählerische Stärke des Wortes mit der sinnlichen Erfahrung von Bild und Ton kombinieren“ (Fabian Schweyher). An einer Entwicklung teilhaben, die gerade passiert. Das waren meine Gedanken, während dieses Skribbel entstand…

Festivitäten

Dienstag, August 14th, 2007

Zwei Festivals möchte ich Ihnen ans Herz legen. Oder besser: ans Ohr, weil es bei beiden um Musik geht. Hamburg Jazz Open ist das 12. Open-Air-Festival in Planten un Blomen. Am 25. und 26. August 2007, umsonst und draussen, fast direkt unter dem Fernsehturm gelegen, verspricht es ein intensives Erlebnis zu werden. Die Veranstalter versprechen ein „vielfältiges und lebendiges Wochenende für den Jazz in Hamburg“. Das Programm der zwei Tage: Am Samstag, den 25.08. spielen O-Trio, Special Guest: Ollie Groenewald, St. Pauli-Kapelle, Hot Five (Endlich kann ich meinen ehemaligen Lehrer Olaf Goedecke mit seiner neuen Band live erleben!), Olivia Trummer Trio, Jazul!

Am Sonntag, den 26.08. werden das Heiko-Fischer Quartett, Boris Electric, Baby Bonk, das Joachim Raffel Sextett und Triband zu hören sein. Letztere ein Tipp der Kulturzeit (3Sat)!

Das zweite Festival ist „Unerhört“. So jedenfalls der Titel des Musikfilmfestivals, das vom 23. bis zum 26.8. im Kino „3001“ und im „Zeise“ stattfindet. Es ist das erste internationale Hamburger Festival für Musikfilme. Vier Tage lang werden in den Zeise Kinos und im 3001 Kino Musikfilme und Musikdokumentationen aus aller Welt gezeigt. Die Film- und Musikfans vergeben den Publikumspreis und eine Jury aus Fachleuten, Regisseuren und Journalisten den Jurypreis an die beste Musikdokumentation. Zwei interessante Kulturangebote, um den Urlaub ausklingen zu lassen, oder?

A propos: Auch hier geht es um (Film-)Musik. Wenn Sie mögen, hören Sie mal rein!

Gral und Grenzen

Freitag, August 3rd, 2007

gral.jpg