Archive for Februar, 2007

Verfilmte Phantasie

Mittwoch, Februar 28th, 2007

Ein wunderschönes Video, poetisch, phantasievoll. Heebok Lee verfilmt ein Gedicht von Yeats. Ich fand es bei den Tipps in der heutigen “Ehrensenf”-Sendung. Danke Katrin und Konsorten…

Glückswurm oder Linddrache?

Montag, Februar 26th, 2007

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Möge dieser “Lindwurm” ein Glücksdrache sein…

Vom Soul-Soziologen zum Pantheon des Pop

Freitag, Februar 23rd, 2007

Armado Perezas Gitarrenversion von “Aint no sunshine” zu hören, war wie einen alten Freund wiederzutreffen. Voller Freude klopften wir uns gegenseitig auf die Schulter. “Schön, dass es Dich gibt, alter Freund”. Lange ist´s her. Soul. Das ist Musik, die mitten ins Herz geht. Christina Kretschmer empfahl in ihrem blog auf jetzt.de die phantastische Seite soul-sides des amerikanischen Journalisten und Soul-Soziologen Oliver Wang, der tagtäglich zwei musikalische Perlen als mp3s bereitstellt. Dazu passt auch der wunderbare Artikel von Daniel Haas auf Spiegel online zum Thema Adult Soul. Auch dort gilt: Reinhören lohnt sich, Ihr Allnighters and Weekenders…

P.S. am 25.2.07: Melodien - vertraute Freunde. Lindern Leere. Lassen lächeln…

Loslassen können

Donnerstag, Februar 22nd, 2007

In der “Welt” vom 22.2.07, S. 29 fand ich in einem Interview mit dem mexikanischen Regisseur Guillermo del Toro folgende Aussagen, die mir Schauer über den Rücken jagten: “Es gibt keine Kontrolle über das Leben. Du musst an die Weisheit des Universums glauben, und dazu gehört auch die Weisheit eines Hurrikans oder einer schlimmen Krankheit. (Nach einer Nacht voll schmerzhafter Schlaflosigkeit, Kotzanfällen, sowie Kopf- und Gliederschmerzen, sehne ich mich geradezu nach solcher Weisheit.) Was Du aber kontrollieren kannst, ist Deine Reaktion darauf… (Er hat recht, es gibt keinen Grund darüber zu klagen, dass mir die Kontrolle meines Lebes entglitten scheint) Ich glaube nicht an die Suche nach ewiger Schönheit oder unendlichem Reichtum. Seit ich mich mit solcher Unvollkommenheit abgefunden habe, bin ich ein recht glücklicher dicker Bursche.” So sei es…

Untertöne aus Tuva

Mittwoch, Februar 21st, 2007

(Für eine Journalistenfortbildung zum Thema Reportage, habe ich diesen Text geschrieben. Eine Erinnerung an den Sommer)

P.S. am 5.3.07 Vom Autor Stephen King stammt der Satz: “Trau Dich, Deine Kinder zu schlachten!” Er meinte, dass es notwendig ist, seine Kreationen konsequent zu überarbeiten, genauer: zu kürzen. Das tue ich hiermit…

Sie sitzen im Halbkreis, in farbenfrohen, seidig glänzenden Gewändern, tragen passende, pelzbesetzte Mützen und strahlen eine natürliche Würde aus. Vor sich Instrumente, die fast wie Bässe und Celli aussehen, wären sie nicht mit einem geschnitzten Pferdekopf verziert, der auf die Herkunft der vier musizierenden Männer hinweist, die Teil eines asiatischen Reitervolkes sind. Sie gehören zum Turkvolk, einer asiatischen Reiternation.
Vor dem Mercado in Hamburg-Ottensen hat sich inzwischen eine große Menschenmenge angesammelt. Kein Wunder, denn diese fremdländische Folklore klingt so wohltuend anders als die Akkordeon- oder Gitarrenspieler, die hier sonst um Gunst und Geld der Zuhörer buhlen.

Tiefe Töne für den Takt, verschachtelte Melodien, Satzgesänge und der eigenwillige Klang der Streichinstrumente, mal gezupft, mal mit einem Bogen gestrichen, entführen die ergriffen Lauschenden in die weiten Steppen Tuvas. Einer autonomen Republik im südlichen Teil des asiatischen Russlands, die an der nordwestlichen Grenze der Mongolei liegt, wie ich später erfahre. Tuva hat etwas über 300.000 Einwohner, ein kontinentales Klima und 6700 Seen. Und fast 300 Sonnentage im Jahr. Ob die Musik deshalb so hell und freundlich ist?

Aber da ist noch mehr. Töne, die ich zwar höre, aber nicht zuordnen kann. Klänge, ätherisch, wie nicht von dieser Welt, umspielen die Darbietung der Musikanten. Ich kann nicht sagen, wer oder was sie erzeugt. Bis mich ein anderer Zuhörer aufklärt: “Obertongesang”, flüstert er mit vielsagender Miene. Das Online-Lexikon Wikipedia verrät mir später, dass es eine Gesangstechnik ist, die einzelne Obertöne aus dem Klangspektrum der Stimme filtert, so dass sie getrennt wahrgenommen werden. Der Hörer hat den Eindruck von Mehrstimmigkeit mehreren Stimmen. Aha. Aber das erklärt den Zauber nicht, der die Zuhörer in seinen Bann zieht.

In einer kurzen Pause, während ein Begleiter der Truppe mit seiner sich eine Pelzmütze zahlreiche mit Münzen und Scheinen einsammelt des Publikums füllt, gehe ich neugierig zu einem der Musikanten. und erfahre, dass „Khöömej“ („Kehle,“), die Verbindung von Ober- und Untertonsingen, ist ein typischer Ausdruck der tuvinischen Kultur ist. Ich erfahre, dass es große nationale Wettbewerbe gibt, die im Radio übertragen werden und dass er, Hoso, auch die Kunst des Kargyraa, des Untertonsingens, beherrscht.

Die Konversation ist etwas mühsam, da wir beide nur Englisch radebrechen können. Beim Obertonsingen werden über eine Gesangslinie mittels Atmung und Stimmbandakrobatik Töne zwei oder drei Oktaven darüber erzeugt. Beim Kargyraa zwei oder drei Oktaven darunter. Daraus erklärt sich die eigentümliche Fülle des Klangs. Wir Westler können einen Ton singen, bei den Tuvinern klingen bis zu drei. Und das pro Person.

Bevor die Musiker ihren nächsten Auftritt absolvieren, erfahre ich noch, dass Herr Hoso hier in Hamburg eine CD aufgenommen hat, die ich kaufen könne. Schelmisch grinsend streckt er sie mir entgegen. Ich hatte eigentlich vor, in die nahegelegene Bücherhalle zu gehen und mir tuvinische Musik auszuleihen. Aber Hosos geschäftstüchtiger Charme hat mich überrumpelt. Ich kaufe seine CD. Das wäre mir bei einem singenden Gitarren Akkordeonspieler garantiert nicht passiert…

Bild, bunt

Dienstag, Februar 20th, 2007

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Bevor ich heute in eine Journalistenfortbildung zum Thema “Magazinbeiträge, Reportagen und Glossen” abtauche, hier noch schnell ein Bild. Es entstand gestern, fast nebenbei und vereint Wasserfarben (Hintergrund), Vektorgrafik, Bleistift (Skribbel) und natürlich PhotoShop (digitale Collage). Und ich mag es…

Neue (Ge-)Dichte

Montag, Februar 19th, 2007


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“Gedichte sind Sonden in jene noch fast unvermessene globale Welt, die vor uns liegt. Wir glauben, daß gerade darin ein zukunftsweisendes Potential kultureller Reflexion und gesellschaftlicher Offenheit (wieder) zu entdecken ist, ein neugieriges und belastbares Interesse für die neuen, sich erst vorwärtstastenden Fragen des dritten Jahrtausends, die ihre Sprache erst finden müssen. Gedichte sind Spezialisten für das (Er-)Finden neuer Sprachen und Modelle.” Soweit die Macher der spannenden Gedicht-website www.neue dichte.de

Musiktipp

Freitag, Februar 16th, 2007

Fulton Lights. Eine echte Entdeckung. Ich bin durch Spiegel onlines Top of the Blogs daraufgekommen. Wundervoll melancholische, urbane Musik. Langsam. Sparsam intrumentiert. Schlagzeug, Bass, mal Klavier, mal Orgel und Retrogitarre. Manchmal: unkitschige Streicher, minimalistisch eingesetzt. Immer: Oder Geräusche, welche die Stadt in ihrer nervösen Rastlosigkeit ausdrücken. Und oben darüber: Eine sanfte, verletzliche Stimme. Die den Blues hat, wie Miles Davis´Trompete in “Fahrstuhl zum Schafott”. Anspieltipp: “Breathe in, breathe out”. Einfach nur atmen. Ein und aus, ein und…

Interview

Donnerstag, Februar 15th, 2007

Heute saß ich in einer Fortbildung zum Thema “Interview”. Währenddessen hat mein Bleistift ein kurzes Interview mit meinem Inneren geführt. Hier das Ergebnis:

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Und noch `ne Glosse…

Mittwoch, Februar 14th, 2007

Im Rahmen einer Fortbildung für Schreibende gab mir der Dozent die Aufgabe, eine Glosse über die Post zu schreiben. Nicht gerade ein Traumjob, weil ich finde, dass es wichtigere Themen gibt (siehe gestern). Aber was solls: Hier nun unter dem Titel “Die Post - eine peinliche Posse” mein Text.

Schon vor den Zeiten des Internets und quicker Kuriere hatte die Post ein PR-Problem. Man engagierte den ehemaligen Bundespräsidenten. „Hoch auf dem gelben Wagen“ schmetterte Walther Scheel und log, dass sich die Balken bogen. Denn die meisten von Christels Kollegen, mit denen ich so kollidiere, sitzen auf Fahrrädern und nicht beim Schwager vorn. Sie treten in Rudeln auf, radeln grundsätzlich nebeneinander und zwingen harmlose Fußgänger, sich durch einen beherzten Sprung in die Hecke zu retten. Die gelbe Gefahr dräut erneut!

Und die Dienstleistungen der Deutschen Post, die lassen auch zu wünschen übrig. Tagelang bleibt mein häuslicher Briefkasten leer, um dann am Wochenende vor Werbemüll überzuquellen. „Sie haben Post!“ Auch im analogen Bereich kommt diese Aussage einer Drohung gleich. Weil die Post selber der Absender ist, Verlage gründet und ihre Kunden ungefragt mit Prospekten überschwemmt.

Aber wehe man versucht, ein wichtiges Paket zu bekommen, das nicht zugestellt werden konnte: Eine Odyssee durch garantiert nicht zuständige Postämter beginnt. Fruchtlose Debatten mit den Postlern folgen. Bei dem geistigen Zuschnitt mancher Postillione ist es kein Wunder, dass diese zunächst in Auffanggesellschaften geparkt, um dann in der ARGE endgelagert zu werden. Dort strahlen sie dann Hartz-Vierer an.

Die Post – eine peinliche Posse. Ich würde sie am liebsten komPOSTieren. Im Garten der Globalisierung. Auf einem hohen Haufen. Gemeinsam mit den „Heuschrecken“. Aber das ist eine andere Geschichte…