Archive for Januar, 2007

Die Entstehung einer Arbeit reloaded

Dienstag, Januar 30th, 2007

selbstportrait-ii.jpg

Wie Sie ja selbst sehen, hat sich das Bild noch einmal komplett verändert, ist zum Selbstportrait geworden. Gut, dass war es vorher auch. Aber jetzt eben deutlicher. Wer den letzten Beweis brauchte, dass ich nur verrücktes Zeug im Kopf habe, …voila!

Die Entstehung einer Arbeit

Sonntag, Januar 28th, 2007

basquiatweb.jpg

Der Schmerz ist schneidend. Sch…! Einmal falsch gehoben. Für manche Fehler zahlt man lange. Draussen strömt es in Giessen.  Trotzdem sitze ich weiter vor dem Rechner. Mit gequältem Gesicht. Kann einfach nicht aufhören, an diesem Bild zu arbeiten. Suche Bilder aus, stelle hier was frei, skaliere da herum und kombiniere Ebenen. Ohne dass etwas Gescheites dabei herauskommt. Das ist oft so. Und oft habe ich auch frustriert abgebrochen, wenn einfach nichts Brauchbares entstehen wollte. Und dann plötzlich: Jaaahhhh! Da scheint etwas auf. Das ist es. Vielschichtig (Kein Wunder bei den vielen Ebenen übereinander). Berserkerhaft bunt (Basquiat, ich liebe Deine Bilder!). Konstruktiv (Rechtecke als Rahmen für das Chaos). Die Entstehung einer Arbeit…

Video ergo sum II

Samstag, Januar 27th, 2007

Nach vielen musikalisch und bildsprachlich langweiligen Filmchen, endlich mal wieder große Kunst auf video.antville.org. Der Sieger des Radar-Festivals Finbar Mallon drehte mit Herr-Barr-Clark zwei spannende, nervöse Studien darüber, wie man mit einer Idee abseits typischer Musikvideos, mit perfektem Handwerk und phantastischer Bild-Musik-Synchronisation sehens- und hörenswerte Ergebnisse erschafft. Im zweiten Video lässt er uns - unterstützt von mitreissender Musik - an einem ganz besonderen Schöpfungsakt teilhaben. Ein Erlebnis für Augen und Ohren…

Nachtrach…

Freitag, Januar 26th, 2007

Peter Hartz ist verurteilt. Ein Sprecher des Richterbundes bekennt öffentlich seine “Bauchschmerzen” mit dem Urteil. Justizexpertin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sieht das “Gerechtigkeitsempfinden beschädigt“. Und wir, die wir das Gesetz achten, nicht vorbestraft sind und nicht das Geld besitzen, um mit teuren Rechtsverdrehern der blinden Dame Justitia eine Nase zu drehen, ja wir übersetzen VW ganz neu: Da es aus dem “Sündenpfuhl” vor den Richterstuhl ging, schlage ich vor: “Vögeln Wir”! Denn es ist die Gerechtigkeit, die hier gef… wurde.

Ein Lied, zwo, drei…

Mittwoch, Januar 24th, 2007

Die ARGE treibt´s zu arg,
bringt mich noch in den Sarg
und nicht in Lohn und Brot
Wie Bronson seh´ich rot
und denke: Was für´n… Kot!

Aus jedem Schreiben schnellt `ne Faust
auf dass mich doch der Affe laust
Wo nehm´die ihre Texte her
ALG IIer setzt Euch bald zur Wehr
auch wenn es Euch gar graust.

Henrico Frank sei Dank
verdient sein Geld mit Punk
als Redakteur ist ihm nichts zu schwör
denn mit Kurti Beck hatte `s keinen Zweck
dessen Jobs machen ja nur krank…

Und der Namenspatron
der großen Reform
jetzt büßt der Hartz ja ganz enorm
eine hohe Summe tat´s schon richten
Justitia konnte auf Knast verzichten
ich finde: der blanke Hohn!

Skribble

Mittwoch, Januar 24th, 2007

skribble1.jpg
Manchmal wenn ich in Besprechungen oder großen Runden sitze, überkommt mich die Lust zu skribbeln. Es erhöht meine Konzentration ungemein, wenn ich vor mich hin kritzeln kann. Dieser herrlich absichtslose Zustand, der manchmal Zugang zu tieferen Schichten gewährt. Diese Zeichnung entstand gestern, während einer jour fixe im Hamburger Medienpool.

Geistige Hüpfburgen

Dienstag, Januar 23rd, 2007

Was passiert, wenn man Artona googelt? Sehr spannend. In felix Austria steht es für den Wiener Luftballonprofi Georg Tumler, der von Werbeballons über Deko bis zur Hüpfburg alles anbietet. Passt gut! Denn sind Blogs nicht immer geistige Hüpfburgen? Unter artona.com finde ich “We are dedicated to creating fun, innovative images for the enrichment and legacy of our community.” Die Seite lädt zwar nicht, aber creating fun gefällt mir. Zumal Hochzeitsbilder gemeint sind. Dam dam dadaaahhh… Und auch unter artona.org fühle ich mich in guter Gesellschaft: Ein Label für klassische Musik, das zum Beispiel “Black Snow” offeriert, womit nicht etwa die russische Umweltpolitik gemeint ist, sondern Musik russischer Komponisten. Hauptsache kulturell. Und kreativ. Und bunt. Womit wir wieder bei den Luftballonen wären…

Haiku

Montag, Januar 22nd, 2007

Berauscht von eindringlichen Bildern
Gedanken fliessen frei
überfluten faden Alltag
und formen sich zu ruhiger Klarheit
Wie nach einer Tasse grünen Tees

Ein Text, der 20 Jahre alt ist. Er vermittelt mir heute eine Verheissung von inspirierter Gelassenheit und innerem Frieden. Das Gegenteil von dem, was ich momentan tagtäglich erlebe. Schön zu wissen, dass es auch ganz anders geht…

Fröhliches Liebesgedicht

Samstag, Januar 20th, 2007

Wiedersehen macht Freude. Wieder lesen auch. Ein vor langer Zeit geschriebenes Gedicht. Fröhlich, verspielt, voller Freude und Leichtigkeit. Wo ist das alles nur geblieben. Davon hätte ich gern mehr…

Könntest Du Dich nur
mit meinen Augen sehen,
wie Du dastehst vor dem Spiegel,
in der Hand `nen Kleiderbügel,
nackt und bloß,
zart, zerbrechlich und doch groß.

Du bist schön, ich bin schüchtern,
(sonst bin ich doch so nüchtern)
kann meinen Blick nicht von Dir lassen,
das Bild könnte ja verblassen,
wie eine Seifenblase platzen,
eben schillernd, voller Farben, plötzlich weg.

Kann nicht anders, springe auf,
kniee vor Dir nieder,
spür´ den Schrecken Deiner Glieder,
die wunderbare Gänsehaut,
dann lachst Du laut.

Dein Körper voller Schauer,
warm und weich
und dennoch auf der Lauer.
Zur Abwehr bereit.
Ich umschliess´Dich
mit meinen Armen,
sanfter Druck, nein, kein Erbarmen,
bis Du ausgestreckt neben mir liegst,
meinen Kopf auf Deinem Bauch wiegst,
protestierend, prustend - und doch so bereit.

“Ich bin kitzlig!”, rufst Du mir zu.
Als ob ich das nicht wüsste.
Ich küsse Deine Brüste
und lasse Dich noch lange nicht in Ruh´…

Von der Seele geschrieben

Freitag, Januar 19th, 2007

Ich bin verlegen. Ich bin gerührt. Teilweise auch geschüttelt. Beim Wühlen in alten Unterlagen habe ich Texte gefunden. 15 bis 30 Jahre alt. Aus einem anderen Leben. Ein Geschenk. “Kunst ist die Äußerung des Menschen, die es ihm erlaubt, anderen aus freiem Willen (…) seine Empfindungen und Gefühle mitzuteilen”, sagt Tolstoi. Recht hat er. Und ich gebe mir jetzt die Erlaubnis, ein melancholisches Liebesgedicht mit meinen Lesern zu teilen:

Das Klopfen meines Herzens
hallt hohl im leeren Raum.
Ausgegangen sind die Kerzen
und mich erfüllt ein Traum.

Von der Wärme Deines Lachens,
das meine Seele leicht macht
wie einen bunten Drachen,
fröhlich flatternd,
mit dem Wind in Eintracht.

Von endlos weiten Stränden,
vom Meer,
das mir entgegenschleudert seine Gischt,
vom Sand,
der zerrinnt zwischen meinen Händen.
Von der Sonne,
die am Horizont verlischt.

Doch das Klopfen meines Herzens
hallt hohl im leeren Zimmer.
Ausgegangen sind die Kerzen,
was bleibt,
ist nur ein schwacher Schimmer.